Gegenforensische Versuche radikaler Befreiung im Para-Museum

[Counter-Forensic Attempts at Radical Liberation in the Para-Museum]

Editor-Reviewed Chapter by Lisa Stuckey
In: Das radikaldemokratische Museum revisited: Handlungsräume für Bildung, Emanzipation und Öffentlichkeit, edited by Joachim Baur and Nora Sternfeld. transcript, 2026, 219–233.

ABSTRACT. Einer der Gründungsmomente des Museums sei auf 1946 zu datieren, als dieses im engen Austausch zwischen ICOM und einem UNESCO-nahen Verein als ein transnationales neuverhandelt wurde, so Nora Sternfeld in Das radikaldemokratische Museum (2018). Bezugnehmend auf den darin vorgeschlagenen Begriff des »Para-Museums« nimmt dieser Beitrag Menschenrechts-Kunst-Diskurse als Hintergrundfolie, um die Gegenforensik als Versuch radikaler Befreiung zu diskutieren. Als Exempel fungieren expositorische, kuratorische und evidenzgenerierende Verfahren in der Ausstellung Investigative Commons (HKW, Berlin, 2021) und der darin gezeigte Investigation Triple-Chaser von Forensic Architecture. Reflektiert wird, wie sich forensische Gegenöffentlichkeiten und radikaldemokratische Zeug:innenschaften zu unterschiedlichen (von Menke 2022 ausgemachten) Modellen der Befreiung, zur algorithmischen »Homophilie« (Chun 2018) und zum »Black technical object« (Amaro 2022) verhalten.